Eigentlich sollte

der Blog nicht mehr 160kg heißen, sondern eher 168kg :( Zumindest war das mein zuletzt offiziell ermitteltes Gewicht Mitte Juli im  Krankenhaus. Jetzt warte ich täglich darauf, dass meine Waage daheim mich wieder wiegt. Und die macht das ab 163,9kg. Es werden Wetten angenommen, was es soweit ist.

Die Waage spricht…

….vor dem Urlaub ——>160,9 kg

das ist ein ordentlicher Batzen. Gestern abend waren es sogar noch 2 kg mehr. Aber ich hatte heute Nacht das Vergnügen ziemlich oft auf die Toilette wandern zu müssen. Da sind dann 2 kg ein Klacks. Derzeit habe ich sehr starke Wassereinlagerungen. Umso fetter ich werde, umso schlimmer werden die Wassereinlagerungen. Vor 7 Jahren habe ich ca. 136kg gewogen. Damals kannte ich Wassereinlagerungen gar nicht. Das ging bei ca. 140kg los. Und es ist ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man glaubt die Haut ist so gespannt, dass sie jeden Moment aufreisst.

Das Leben mit zu viel Fett auf den Knochen

Es gibt Tage, da fühl ich mich trotz meines schier immensen Gewichtes begehrenswert. Ich froh um jeden dieser Tage. Denn sie sind sehr selten. Die meiste Zeit fühle ich mich einfach nur widerlich. Die Gefühle, wenn ich mich z.B. im Spiegel anschau, kann ich gar nicht in Worte fassen. Ich ekel mich vor mich selbst. Und trotzdem bringt mich dieser Ekel nicht dazu kleinere Portionen zu essen. Das Essen ist dann meine einzige Freude die ich habe. Nichts anderes kann mich aufmuntern. Und so ist man drin in einem Kreislauf, ein Karusell, dass sich immer schneller dreht.
Ich wohne in einem Haus OHNE Aufzug und ich wohne in der 5. Etage. Ich verfluche jeden Tag die Entscheidung dort eingezogen zu sein. Am Anfang erhoffte ich mir durch die, wenn auch nur leicht, gesteigerte Bewegung mehr Kalorienverbrauch und dadurch zumindest die Chance nicht mehr so viel zuzunhemen. Ans abnehmen wage ich kaum zu denken.
Ich möchte weniger wiegen. Ich möchte mich leichter bewegen können. JEtzt ist es nur eine Qual. Auch wenn ich die Notwendigkeit sehe, mich bewegen zu müssen, fällt es mir immens schwer, nach draußen zu gehen, um auch nur spazieren zu gehen. Die Blicke der anderen Menschen, jagen mir Angst ein. Mein Sohn ist eines der Kinder die am längsten im Kiga sind, bis zu 10 Std am Tag. Aber nur, weil ich weiß das er dort unbeschwert spielen kann, regelmäßig an der frischen Luft ist. Ich drück mich wo ich nur kann, mit ihm auf dem Spielplatz zu gehen. Er wünscht sich, mit mir mal Rad zu fahren. Und ich getrau es mir einfach nicht. Mein Mann ist zuweilen auch stinkig, weil am WE MUSS immer er alleine raus mit dem Kleinen, sonst würde mein Sohne das ganze WE in der Bude hocken. Das kann ich ihm nicht antun. Er soll nicht so werden wie seine Mutter. Ich möchte dass er sich die Freude an der Bewegung behält. Vorhin erzählte er mir, dass er sich auf den Sportunterricht in der Schule freut. Solche Worte würden mir nie über die Lippen kommen.

Und trotz allem, der Wunsch mich zu bewegen, ohne wie ein Walross zu schnaufen, ist da und nicht gebrochen. Was bin ich früher gerne schwimmen gegangen und ich war auch viel mit dem Rad unterwegs. Das alles möchte ich wieder tun können. In erster Linie für mich —– und auch für meine Familie. Nur so wie die Situation jetzt kann ich es einfach nicht. Einerseits weil die Kraft und Ausdauer nicht vorhanden ist, ich keine Ahnung habe ob mein Fahrrad mich eigentlich noch aushält und weil immer wieder die Blicke der anderen Menschen, die sich mir offenbaren wie offene Bücher.
In 32 Std. geht die Fahrt los in den Urlaub. Wir fahren ans Meer. Dort werde ich auf jeden Fall schwimmen gehen. Dort kenne ich die Menschen nicht. Da sind mir die Blicke weniger wichtig. Daheim sind es halt die Menschen, denen man teilweise tgl. begegnet.

Das Gedankenkarusell

Es dreht sich wie verrückt. Die Halbe Nacht hab ich wachgelegen. Effektiv hatte ich nur 3 Std. Schlaf. Immer die gleichen Fragen.

Ist das wirklich ein Weg für mich?

Ist es der RICHTIGE Weg für mich?

Habe ich die Kraft und Energie diesen langen Weg zu gehen?

Kann ich auf die Unterstützung meiner Lieben zählen, wie werden Freunde drauf reagieren?

Kann ich geduldigt auf die Entscheidung der KK warten (wenn ich dann irgendwann mal soweit bin)?

Wie wird das Leben nach einer OP sein?

Wenn ich wirklich richtig abnehme, was ist dann mit der überschüssigen Haut? Muss dann weiter operiert werde? Wer zahlt das dann?

etc. etc. etc. etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.

So ging das die halbe Nacht. Eines habe ich mir auf jeden Fall selbst versprochen: ich werde diese Entscheidung ob OP oder nicht,

nicht so zwischen Tür und Angel entscheiden.

Gewichtsverlauf

Und wenn es mir noch so schwer fällt, ich werde (es zumindest versuchen) meinen Gewichtsverlauf zu dokumentieren. Keine Ahnung ob ich das nun wöchentlich, täglich oder monatlich mache. Ich werde auf jeden fall am Freitag Früh auf die Waage steigen, damit ich einen Vor-Urlaubscheck und einen Nach-Urlaubscheck habe.

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