Energiebilanz Tag 2 der Eiweißphase 14.09.2010

Brennwert der Lebensmittel: 3287 kJ (785 kcal)
Tagesbedarf: 13169 kJ (3145 kcal)
25% des Tagesbedarfs an Energie aufgenommen

Eigentlich sollte

der Blog nicht mehr 160kg heißen, sondern eher 168kg :( Zumindest war das mein zuletzt offiziell ermitteltes Gewicht Mitte Juli im  Krankenhaus. Jetzt warte ich täglich darauf, dass meine Waage daheim mich wieder wiegt. Und die macht das ab 163,9kg. Es werden Wetten angenommen, was es soweit ist.

Energiebilanz Tag 1 der Eiweißphase 13.09.2010

Brennwert der Lebensmittel: 3317 kJ (792 kcal)
Tagesbedarf: 13169 kJ (3145 kcal)
25% des Tagesbedarfs an Energie aufgenommen

d.h. ich habe heute  2353 kcal eingespart.

Operation Hüftgold

Lange Zeit habe ich nichts geschrieben, aber so wie es jetzt aussieht kann die OPeration Hüftgold endgültig Schwung und Fahrt aufnehmen. Gestern habe ich die mündliche Zusage von meiner Krankenkasse bekommen. So richtig glauben werde ich es erst so richtig, wenn ich es schriftlich in den Händen halte.

Trotzdem habe ich schon einen Termin vereinbart. Am 4.Oktober werde ich ins Krankenhaus einrücken.

wer schenkt mir bitte ein wenig Zeit

mir schwirrt so viel im Kopf rum, was ich hier “zu Papier” bringen möchte, aber irgendwie schaffe ich es nicht. Den Stress den ich habe, mach ich mir eigentlich selbst. Ich kann niemanden dafür verantwortlich machen. Mein Hobby hat mich derzeit ganz extrem in Beschlag. Eigentlich sollte ich ein wenig diesbezüglich kürzer treten, aber es ist wie eine Sucht. So ähnlich wie das Essen…………………………..

Und auf der Waage war ich schon wieder seit 2 Wochen nicht. Wäre dingend mal wieder Zeit dafür. Mal sehen ob ich morgen Früh dran denke.

Das Leben mit zu viel Fett auf den Knochen

Es gibt Tage, da fühl ich mich trotz meines schier immensen Gewichtes begehrenswert. Ich froh um jeden dieser Tage. Denn sie sind sehr selten. Die meiste Zeit fühle ich mich einfach nur widerlich. Die Gefühle, wenn ich mich z.B. im Spiegel anschau, kann ich gar nicht in Worte fassen. Ich ekel mich vor mich selbst. Und trotzdem bringt mich dieser Ekel nicht dazu kleinere Portionen zu essen. Das Essen ist dann meine einzige Freude die ich habe. Nichts anderes kann mich aufmuntern. Und so ist man drin in einem Kreislauf, ein Karusell, dass sich immer schneller dreht.
Ich wohne in einem Haus OHNE Aufzug und ich wohne in der 5. Etage. Ich verfluche jeden Tag die Entscheidung dort eingezogen zu sein. Am Anfang erhoffte ich mir durch die, wenn auch nur leicht, gesteigerte Bewegung mehr Kalorienverbrauch und dadurch zumindest die Chance nicht mehr so viel zuzunhemen. Ans abnehmen wage ich kaum zu denken.
Ich möchte weniger wiegen. Ich möchte mich leichter bewegen können. JEtzt ist es nur eine Qual. Auch wenn ich die Notwendigkeit sehe, mich bewegen zu müssen, fällt es mir immens schwer, nach draußen zu gehen, um auch nur spazieren zu gehen. Die Blicke der anderen Menschen, jagen mir Angst ein. Mein Sohn ist eines der Kinder die am längsten im Kiga sind, bis zu 10 Std am Tag. Aber nur, weil ich weiß das er dort unbeschwert spielen kann, regelmäßig an der frischen Luft ist. Ich drück mich wo ich nur kann, mit ihm auf dem Spielplatz zu gehen. Er wünscht sich, mit mir mal Rad zu fahren. Und ich getrau es mir einfach nicht. Mein Mann ist zuweilen auch stinkig, weil am WE MUSS immer er alleine raus mit dem Kleinen, sonst würde mein Sohne das ganze WE in der Bude hocken. Das kann ich ihm nicht antun. Er soll nicht so werden wie seine Mutter. Ich möchte dass er sich die Freude an der Bewegung behält. Vorhin erzählte er mir, dass er sich auf den Sportunterricht in der Schule freut. Solche Worte würden mir nie über die Lippen kommen.

Und trotz allem, der Wunsch mich zu bewegen, ohne wie ein Walross zu schnaufen, ist da und nicht gebrochen. Was bin ich früher gerne schwimmen gegangen und ich war auch viel mit dem Rad unterwegs. Das alles möchte ich wieder tun können. In erster Linie für mich —– und auch für meine Familie. Nur so wie die Situation jetzt kann ich es einfach nicht. Einerseits weil die Kraft und Ausdauer nicht vorhanden ist, ich keine Ahnung habe ob mein Fahrrad mich eigentlich noch aushält und weil immer wieder die Blicke der anderen Menschen, die sich mir offenbaren wie offene Bücher.
In 32 Std. geht die Fahrt los in den Urlaub. Wir fahren ans Meer. Dort werde ich auf jeden Fall schwimmen gehen. Dort kenne ich die Menschen nicht. Da sind mir die Blicke weniger wichtig. Daheim sind es halt die Menschen, denen man teilweise tgl. begegnet.

Das Gedankenkarusell

Es dreht sich wie verrückt. Die Halbe Nacht hab ich wachgelegen. Effektiv hatte ich nur 3 Std. Schlaf. Immer die gleichen Fragen.

Ist das wirklich ein Weg für mich?

Ist es der RICHTIGE Weg für mich?

Habe ich die Kraft und Energie diesen langen Weg zu gehen?

Kann ich auf die Unterstützung meiner Lieben zählen, wie werden Freunde drauf reagieren?

Kann ich geduldigt auf die Entscheidung der KK warten (wenn ich dann irgendwann mal soweit bin)?

Wie wird das Leben nach einer OP sein?

Wenn ich wirklich richtig abnehme, was ist dann mit der überschüssigen Haut? Muss dann weiter operiert werde? Wer zahlt das dann?

etc. etc. etc. etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.etc. etc. etc.

So ging das die halbe Nacht. Eines habe ich mir auf jeden Fall selbst versprochen: ich werde diese Entscheidung ob OP oder nicht,

nicht so zwischen Tür und Angel entscheiden.

Operation Hüftgold oder auch Adipositaschirurgie

Tja, heute war es soweit. Ich war das erste mal im Leben bei einer Selbsthilfegruppe (SHG). Genauer gesagt bei einer Adipositas-SHG. Dort sind sehr viele Menschen, die unter starken bis extremen Übergewicht leiden. Und die herkömmlichen Methoden bzw. Diäten keinen nennenswerten oder länger anhaltenden Erfolg gebracht haben.

Ich selbst schleppe derzeit ca. 160 kg mit mir rum. Jegliche Diätversuche oder Ernährungsumstellungen waren nicht von Dauer gekrönt. Immer wieder kam der herbe Rückfall. Die Gründe hierfür sind vielschichtig gewesen. Von es hat ja doch eh keinen Sinn bis zu einem herben Schicksalsschlag in der Familie, der Gewicht völlig unwichtig machte, war bei mir alles dabei.

Es gibt Zeiten da leide ich nicht unter diesem enormen Gewicht, also zumindest nicht seelisch. Und dann wieder habe ich das Gefühl jeder Mensch der mir begegnet hat nichts besseres zu tun, als ausgerecht über mich abzulästern.

Mein Mann hat mich mit ca. 120 kg kennen- und lieben gelernt. Er liebt mich nicht weil ich so dick bin, sondern obwohl ich es bin. Er würde sich es schon wünschen wenn ich weniger wäre.

Mein Sohn kommt aus dem Kiga und erzählt mir das andere Kinder über seine fette Mama lachen. Das tut weh, sehr weh sogar.

Der Grund warum ich diesen Blog angelegt habe: Ich möchte für mich, und jeden der dieses Thema interessiert, festhalten wohin mich mein Weg führt.

Seit einiger Zeit trage ich mich mit dem Gedanken, mich operieren zu lassen und mich durch chirurgische Unterstützung zu minimieren. Das wird keine Entscheidung die man zwischen Tür und Angel trifft. So eine Entscheidung hat Konsequenzen. Die können sehr positiv sein, aber auch sehr negativ.

Die SHG soll ein Bestandteil der Entscheidungsfindung werden.

Sicher kann man jetzt sich leicht tun und sagen: He warum frisst die Alte auch soviel, sie ist doch selbst dran schuld. Aber, und ich denke ich spreche jetzt vielen stark Übergewichtigen aus dem Herzen, wenn es so einfach wäre, hätte ich eine Figur wie ein Topmodel. Es gibt Menschen den es nicht schwer fällt sich zu kasteien. Mir fällt es extrem schwer. Das Sättigungsgefühl ist ein Begleiter der sich nicht allzu oft bei mir blicken lässt.

Heute habe ich den ersten Schritt gemacht, auf einem Weg, wo ich noch nicht weiß wohin er mich führen wird.

Ab Samstag bin ich 3 Wochen im Urlaub und in dieser Zeit werde ich sehr viel Zeit haben, mich mit diesem Thema mehr zu beschäftigen. Ich werde dann wohl so gegen Ende Juni Euch erzählen, wie weit meine Entscheidungsfindung gereift ist.

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